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Rund um Igelshieb

Mit 10 Mark auf der Kirmes

Auszug aus dem Heimatheft „Heimatgefühle – Kindheitserinnerungen an Igelshieb“ von Ingo Greiner.

Ständerle zur Igelshieber Kirmes. Foto: Ingo Greiner
Ständerle zur Igelshieber Kirmes. Foto: Ingo Greiner
„WENN ICH IN Igelshieb die Sonneberger Straße entlang fahre (Anm. der Redaktion: Das ist dann wohl schon eine Weile her und wird auch noch dauern), dann denke ich oft und gerne an meine schöne Kindheit of d‘r Insel und an so manche Kirmesveranstaltungen am „Hirsch“ zurück.

Hier, in diesem gepflegten Neuhäuser Ortsteil stand mein Elternhaus, hier ging ich in die Grundschule, hier war und ist für mich ein schönes Fleckchen Heimat. Es waren die kleinen Dinge des Alltags, die mich schon als Kind beeindruckten.

In der Bäckerei erfuhren die Leute schon in den Morgenstunden die Neuigkeiten aus nah und fern. Beim Kundenplausch durchzog der Brot- und Semmelduft die Backstube und den kleinen Verkaufsraum. Hier bekam man noch ein großes Stück Kuchen für 45 Pfennig, Sauerkraut gab es in einer Papierspitztüte, der ‚Rattens Otto‘ machte so manchen derben Witz und seine Anni rechnete den Betrag noch im Kopf aus oder schrieb die ‚Schuldner‘ ins Buch ein.

Wenn jemand in Igelshieb gestorben war, dann wurde in der Straße Geld für die Beerdigung ‚gesammelt‘ . Der Friedhof, mit seinen gepflegten Gräbern, war schon damals ein Ort der Besinnung und Ruhe, ein ‚Treffpunkt‘ der meist älteren Leute , aber auch ein Mosaikstein nachvollziehbarer Ortsteilgeschichte. Anonyme Bestattungen auf der grünen Wiese gab es nicht.

Wir Kinder von d‘r Insel trafen uns täglich und hatten niemals Langeweile. Zu allen Jahreszeiten war das Tal der Alten Mutter für uns Kechel ein interessanter und abwechslungsreicher Spielplatz in freier Natur.Wir fingen Frösche und Molche, schleppten Froschleich in großen Gurkengläsern zum Ärger der ‚Alten‘ mit nach Hause, suchten eimerweise schwarze Beer oder Schwémm, bauten Höhlen mit geklauten Brettern, versuchten uns beim Rauchen oder fuhren mit dem Fahrrad bis zum Lauschaer Schwimmbad mit Rast am Edelweißbrunnen.

Im Winter bauten wir Schneemänner, kleine ‚Iglus‘ und zahlreiche Hopfhig’l. Auf unseren selbstangelegten Eisbahnen fanden sogar Stadtmeisterschaften statt. Beim Anschrauben der Schlittschuhe musste so mancher Absatz dran glauben. Auch auf der Hauptstraße wurde abends nach 17 Uhr, wenn der Busverkehr durch war, Eishockey gespielt. Geflucht haben wir dann immer, wenn das Streuauto kam und den Splitt verteilte.

Etwas ganz Besonderes war für uns Kinder natürlich alljährlich die Igelshieber Kirmes auf dem Festplatz am „Hirsch“. Kinderkarussell, Berg- und Talbahn, Los- und Schießbude, das große Kirmeszelt, der Duft der Bratwürste und Rostbrätel, die leckeren Fischbrötchen, das Fußballturnier, die Ständerle, der Trubel und die Musik bleiben in Erinnerung. Für 10 Mark konnten wir uns ausgiebig auf den Fahrgeschäften vergnügen und dann war noch ein Rest für das leibliche Wohl übrig.

Wenn ich Ende Juli zur Igelshieber Kirmes gehe, dann treffe ich auf dem Festplatz viele Herrnhäuser ‚Urgesteine‘, aber auch Einheimische, die es vor Jahren in die weite Welt ‚verschlagen‘ hat und gerne wieder zu einem Besuch in ihre alte Heimat kommen. Die weithin bekannte traditionelle Kirmes bietet ausreichend Gelegenheit, um Neuigkeiten zu erfahren und sich an Vergangenes zu erinnern.“

Das Heimatheft ist in der Neuhäuser Touristinfo erhältlich.

Aktuelles aus Igelshieb

Ein kurzes Interview mit dem Neuhäuser Bürgermeister Uwe Scheler

Die St.-Aegidien-Kirche Oberlind in Oberlind. Foto: T. Donau
Die St.-Aegidien-Kirche Oberlind in Oberlind. Foto: T. Donau
Herr Bürgermeister Scheler, Igelshieb würde diesesWochenende seine traditionelle Kirmes feiern. Leider wird daraus nichts. Gibt es dennoch Aktivitäten im Zusammenhang mit einer etwas „anderen“ Kirmes?

Uwe Scheler: Nein, wir machen einen Arbeitseinsatz an Vereinsgrundstücken und werden beratschlagen wie wir nächstes Jahr vorgehen. Es ist für uns heuer ein Generalausfall.

In wieweit ist „Normalbetrieb“ in der Stadtverwaltung zur Zeit möglich?

Uwe Scheler: Wir haben immer noch im Eingangsbereich eine Schleuse. Termine gibt es ausschließlich nach vorheriger Absprache. Diese sind allerdings jederzeit möglich und zwar nicht nur Dienstag und Donnerstag. Das klappt ganz gut und wir werden diese Praxis beibehalten.

Die „Insel“ wie Igelshieb nun mal genannt wird, ist seit einiger Zeit eine Baustelle. Ist dort alles im Plan? Wie lange wird es noch dauern und warum sind dort teilweise so wenige Bauarbeiter zu Gange?

Uwe Scheler: Es sind nicht wenige Bauarbeiter vor Ort, sondern viele … Derzeitig werden in kleinen Trupps an mehreren Stellen gleichzeitig Hausanschlüsse mit den entsprechenden Verbindungskanälen installiert. Das Projekt ist derzeit zwei Wochen im Verzug. Deshalb wird seit geraumer Zeit in zwei Schichten gearbeitet. Anfang August soll die Decke im ersten und zweiten Bauabschnitt verschlossen werden. Geplant ist die Verkehrsfreigabe zum 6. November 2020.

Vielen Dank für das Gespräch
T. Donau
  
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